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Doof, wenn es schon mit C-Dur-Dreiklängen beginnt, und das auch noch in kurzen Schlägen mit Pausen dazwischen, und alle irgendwie rote Ohren kriegen auf der Bühne, weil man merkt, dass man noch das GEMEINSAME C-Dur finden muss. Egal. Mal ein anderer Ort zum Schreiben. Sonst sitzen wir ja schreibend nur in der S-Bahn. Weiß jetzt auch nicht, woher jetzt plötzlich dieses “wir” gekommen ist. Muss ich nachher etwas zu dem Bekannten (der im Orchester mitspielt) sagen, wie “toll” es war? Ich hoffe doch nicht. Aber was sagt man? “Es war spannend”? Der junge Mann, den wir beim letzten Klingeln noch in unsere Reihe ließen, hat eine hellbraune Hose an und weinrote Chucks. Das Hemd ist Flieder kariert und der Cardigan ist in Flieder. Ich hab “Guten Morgen” gesagt, als wir aufstanden, damit er sich noch zu seinem Sitz durchzwängen konnte. Zwischen ihm und mir sind noch zwei Sitze frei. Es ist schönes Licht in der Laeiszhalle am Vormittag. Das ist viel schöner als abends mit dem elektrischen. Oh, sie haben etwas Gemeinsames gefunden. Das ist schön. Gut, wenn so etwas gelingt. (2012-05-06)

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